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Da! Da ist es wieder …

Da! Da ist es wieder: Das Gefühl. War es die Liebe, der gleichzeitige Hass oder die Lähmung? Die Verwirrung? Die Erinnerung oder Assoziation? Mein Körper geht innerlich auf. Man erwartet mich. Pünktlich! Es ist zu spät. Zu spät, um noch irgendwo anders auf Klo zu gehen. Ich befürchte, ich befürchte! Dass ich undicht werde, dass ich lecke. Dass ich dort zum Klo muss und alles gleichzeitig verliere – flüssigen Stuhl und Tränen und Kotze. Und dass ich mit meinem Gestank alles verpeste. Dass ich nie wieder aus diesem Klo rauskomme. Dass ich dort auf den Boden falle. Weiterlesen

Festgemauert

Festgemauert in der Erde … hält sie mich, lässt mich nicht los. Es gibt kein Vor und kein Zurück, kein Auf und kein Ab, kein Links und Rechts. Dieses Festgehaltenwerden macht Panik und lässt die Angst auf eine merkwürdige Weise verschwinden. Auch, wenn der Körper unter diesem Druck sterben könnte. Wenn ich Abschied davon nehmen möchte, fliege ich weg. Oder nicht?

Mutter-Kind-Kommunikation

„Es ist hart“, sagt die Mutter. Und sucht Anerkennung. „Da siehste mal, wie das für mich war!“, sagt deren Mutter. Auch sie sucht Anerkennung. Müde gehen sich beide mit ihren Blicken aus dem Weg. „Ich mach‘ es besser“, denkt die Tochter. Denkt die Mutter. Und die Mutter, die Tochter beendet den Kampf nicht. Anerkennung kann so nicht kommen. Zu alleingelassen waren beide viel zu lange. Lassen ist die Medizin. Weiterlesen

Der Verrat

Sich hübsch anzuziehen – ein Verrat. Mit dem Freund Hand in Hand zu gehen – ein Verrat. Zärtlichkeit – ein Verrat. Weiblich, erfolgreich, zufrieden, erwachsen zu sein – alles ein Verrat an der Mutter. Intim zu werden, schwanger zu werden, ein Kind zu bekommen – kein Verrat. Wo ist da die Logik?Weiterlesen

Das Kind schaut sich um

Das Kind, es schaut sich immer um. Es duckt sich. Überall erscheint es zu früh, um zu testen, ob die Luft rein ist. Nie wieder, nie wieder, will es, wie als Kind, plötzlich überfallen und festgehalten werden. Das Kind ist jetzt in ganz anderen Situationen. Zusammen mit Menschen, die Sicherheit bieten. Kann sein Inneres es unterscheiden? Kann sein Inneres heilen? Eine Frage der Zeit? Der Wiederholung? Der neuen Erfahrung? Der Sinn-Schärfung? Der Differenzierungsfähigkeit? Schau, Kleines, es ist alles gut. Wirklich gut. Hier ist nichts Böses. Kein Angreifer mehr da. Sie sind alle weg. (Text & Bild: © Dunja Voos) Weiterlesen

Über Gedankengänge, Containment-Körbchen und Rohrsysteme in uns

Ich habe einen guten Gang. Der liegt weit unterirdisch. Die anderen sehen ihn nicht. Ich muss ihn verheimlichen, denn er ist mein Überlebensgang. Nur manchmal, da könnte er etwas Luft vertragen. Weiterlesen

Einzelkinder – werden ihre Probleme übersehen?

Die meisten Einzelkinder, die ich kenne, haben sich ihr Leben lang Geschwister gewünscht. Über die spezielle Einsamkeit von Einzelkindern wird selten gesprochen. Auf Einzelkindern lastet der Blick der Eltern viel schwerer. Sie haben gegenüber den Eltern keine Verbündeten. Die „Verwöhnung“, die die Einzelkinder oft erfahren, lässt sie sich manchmal nur noch einsamer fühlen. Einzelkinder wünschen sich vielleicht viel, so das gängige Bild. „Doch eigentlich habe ich mir immer nur Eines gewünscht: ein Geschwisterkind“, sagt eine ältere Frau. Die vielen Wünsche kommen oft daher, dass das, was sich das Einzelkind wirklich wünscht, nicht in Erfüllung geht. Weiterlesen

Siehe, das Gute ist so nah und nicht ertragbar

So, wie man bei einer Magen-Darm-Grippe das gute Essen nicht riechen und nicht essen kann, so, wie man bei Heuschnupfen die schöne Frühlingsluft nicht verträgt, so, wie man bei einer Wunde Berührung meidet, so ist es bei psychischem Leid: Der, der die psychische Wunde hat, kann das Gute nicht vertragen, auch wenn es direkt neben ihm liegt. Solange die Krankheit da ist, will man das Gute auch gar nicht: Der Heuschnupfler zieht sich in die Wohnung zurück, der Magen-Darm-Kranke will nichts essen. Weiterlesen

Im Sog

Ich war weit hinaus geschwommen. Als ich zurück schwimme, spüre ich einen Sog unter mir. Ich schwimme und er zieht mich zurück. Ich schwimme mehr und er zieht mich mehr zurück. Ich verzweifle. Am Strand stehen die beiden Jungs. Sie schauen auf mich. Sie können nichts tun, außer blicken. Sie sehen mich. Sie sind bei mir. Ich blicke zurück. Und bekomme Kraft. Ich schwimme zurück. Sie helfen mir aus dem Wasser. „Da war was!“, sage ich. „Wir haben’s gesehen“, sagen sie. Manchmal ist es einfach nur wichtig, dass andere wissen und sehen. Weiterlesen

Eifersucht

Auch sie liebt ihn. Er ist die Quelle der Eifersucht. Also bringe ich nicht sie um, sondern ihn. Dann habe ich immer noch sie, mit der ich mein Leid teilen kann“, denkt die Träumerin. Weiterlesen