
„Abgrenzung“ bedeutet, den richtigen Abstand zum nächsten herzustellen. Ein Abstand, in dem sich beide wohlfühlen. „Abgrenzung“ heißt, dass du ein gutes Gespür für dich hast und in kluger Weise zeigst, wie es dir geht und was du möchtest. Weiterlesen

Wir schenken ihnen kaum Aufmerksamkeit, dabei sind sie so mächtig: die Momente auf der Schwelle. Wie oft fühlen wir uns wie ein Baby, das Baby weint, wenn es ins Bettchen gelegt wird – das Gefühl an der Schwelle zum Getrenntsein, zum Lichtausmachen ist so unangenehm. Weiterlesen

Er dreht sich um. Ich schaue auf seinen Rücken. Ich höre, wie sein Atem tiefer wird. Er schlummert ein. Seine Gedanken schweifen ab. „Und was ist mit mir?!“ Ich starre auf die Decke, die sich gleichmäßig in seinem Atemrhythmus auf und ab hebt. Meine Haut fängt an zu jucken. Die innere Unruhe steigt in mir auf. Weiterlesen

Wir wollen dem Leiden aus dem Weg gehen. Doch „richtig leiden“ will gelernt sein, um ein tieferes, weniger gequältes Leben führen zu können. Wir können das Leiden vielleicht vergleichen mit dem Körpergefühl, das wir haben, wenn wir durch Moor oder Watt wandern: Manchmal lässt unser Grübeln dabei nach. Weiterlesen
Krieg müsse man manchmal führen, heisst es. Ich kann das nicht. Ich kann immer nur weggehen. Unverdaulich ist noch der Krieg in mir, den meine Mutter erlebte. Unverdaulich das transgenerationale Trauma – heute mehr denn je.Weiterlesen

Wir wissen nicht, wohin. Unser Schmerz begleitet uns wie ein beständiges Hintergrundgeräusch. Wir spüren ihn in unserem Leben, doch ist er kaum zu sehen. Wenn wir „schon wieder“ klagen, schütteln die anderen den Kopf. Zu lange geht das nun schon so. Doch wie können wir unseren Schmerz kanalisieren? Weiterlesen

In diesem Beitrag geht es nicht um die chronische tophöse Ganzkörpergicht, die sich ähnlich wie eine Fibromyalgie äußern kann (eine Patientin erzählt ihre Geschichte auf Youtube: Living With Gout). Ich spreche von der Gicht an der Großzehe, mit der du aus dem Schlaf gerissen wirst. Weiterlesen
„No memory, no desire, no understanding“ (nichts erinnern, nichts wünschen, nichts verstehen) – wenn es dem Psychoanalytiker gelingt, diese Haltung einzunehmen, kann er sich ganz auf das Hier und Jetzt der Analyse-Sitzung einlassen. Weiterlesen

Wenn wir einen Zusammenhang zwischen zwei Dingen sehen, die in Wirklichkeit nicht zusammenhängen, denken wir magisch. „Klopf auf Holz“, sagen wir, um ein Unglück abzuwenden. Dabei kann Holzklopfen wahrscheinlich kaum etwas ausrichten. Aber es beruhigt uns. Weiterlesen

Wir können uns gut betäuben: mit Milch, Schokolade, Süßigkeiten, Twitter, aber auch mit einer starren Körperhaltung. Wenn uns etwas zu viel wird, dann können wir zumachen – wir bekommen eine versteinerte Mimik, verschränken die Arme, ballen die Fäuste und spüren nichts mehr. Weiterlesen